Der blinde Fleck im menschlichen Auge

Das menschliche Auge hat eine Stelle, an der wir keine Licht-Reize verarbeiten können. Dieser ‚blinde Fleck‘ fällt uns normalerweise nicht auf, kann aber über ein einfaches Experiment lokalisiert werden:

Versuch Blinder FleckSchließe dein linkes Auge oder halte es mit der Hand zu und blicke mit dem offenen rechten Auge frontal auf den schwarzen Punkt im roten Bereich. Variiere nun den Abstand zum Display. Sobald sich das schwarze Quadrat im blinden Fleck  befindet, siehst du es nicht mehr, die blaue Fläche erscheint durchgängig blau.

Was passiert hier?

Auf unserer Netzhaut (Retina) befinden sich licht- und farbempfindliche Rezeptoren. Diese nehmen das über die Linse eintretende Licht auf und wandeln es in elektrische Energie um, so dass die Informationen über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet werden können. Der Sehnerv tritt hinten aus dem Augapfel heraus. An dieser Stelle befinden sich keine Stäbchen oder Zäpfchen, die Licht aufnehmen könnten. Somit können hier auch keine Reize aus der Umwelt aufgenommen werden. Wir sind an dieser Stelle blind. Im Versuch sehen wir statt des schwarzen Quadrats eine vollständige blaue Fläche, weil unser Gehirn die angrenzenden Informationen ‚hochrechnet‘ und damit den blinden Fleck ‚füllt‘.

Auge: Der blinde Fleck
Im Alltag fällt uns der blinde Fleck nicht auf, da unser Gehirn die fehlenden Informationen einfach automatisch ergänzt. Entweder aus den Informationen des anderen Auges oder wie im Versuch, auch den angrenzenden Informationen. Das klappt im Normalfall sehr gut, weil wir meist beide Augen nutzen und viel bewegen. Zudem suchen wir im Alltag nicht nach einer ‚fehlenden Information‘ wie im Versuch oben.

Nicht zu vergessen: Der blinde Fleck befindet sich nicht im Zentrum des scharfen Sehens (Fovea). Nur an dieser Stelle sehen wir besonders scharf, der Großteil der Netzhaut liefert unscharfe Bilder (periphere Sicht), so dass fehlende Informationen hier nicht allzu sehr ins Gewicht fallen.